20.06.2010
Hincapie: „Wäre gern der König des Dschungels

Aus George Hincapie wäre bestimmt auch ein guter Tennisprofi geworden.
Neun Tage lang kämpfen die Rennfahrer an der Tour de Suisse um Sieg und Niederlage. Neun Tage lang steht nur die körperliche Leistung im Vordergrund. Neun Tage lang müssen die Athleten an ihre psychischen und physischen Grenzen gehen. Doch hinter den gewaltigen Leistungen stehen Sportler, mit denen man über andere Sachen als nur Radsport reden kann.
Deshalb stellen wir jeden Tag einem Radprofi neun ungewöhnliche Fragen, welche eine andere Sicht der Sportler ans Licht bringt. Heute im Teil 9: George Hincapie!
George Hincapie ist der einzige Radfahrer, der an allen sieben Toursiegen von Lance Armstrong beteiligt war. Der Amerikaner war der treuste Edelhelfer Armstrongs. Heute fährt Hincapie im amerikanisch-schweizerischen Team BMC. Der aktuelle US-Meister gehört mit seinen 37 Jahren zu den ältesten und erfahrensten Radprofis. Hincapies gewann in seiner Laufbahn unter anderem Etappen der Tour de France, das Eintagesrennen Gent-Wevelgem und das Etappenrennen „Drei Tage von De Panne".
Was mögen Sie an der Schweiz?
Hincapie: Die Schweiz bietet eine wunderbare Kulisse. Es ist eines der schönsten Länder der Welt.
Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?
Ich spiele gerne mit meinen zwei Kindern. Ich geniesse es, Zeit mit ihnen verbringen zu können und sie um mich zu haben.
Was würden Sie heute beruflich machen, wenn Sie nicht Radprofi geworden wären?
Ein Traum wäre Tennisprofi zu sein. Ich liebe diesen Sport. Nach meiner Karriere will ich meine Kleiderfirma in der ganzen Welt bekannt machen,
Charakterisieren Sie sich selbst in einigen Worten!
Ich bin ein „guter" Mensch. Ich bin nett und bin um das Wohl meiner Mitmenschen besorgt.
Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, wie würden die aussehen?
Noch einmal eine Etappe an der Tour de France gewinnen. Später mein eigenen Profiteam zu besitzen. Es wäre schön, wenn ich wünschen könnte, dass meine Familie für immer alles hat, was sie braucht.
Wenn Sie im Ausland unterwegs an Rennen sind, was vermissen Sie am meisten?
Meine Kinder, meine Familie. Auf mein zu Hause und mein eigenes Bett freue ich mich, wenn ich wieder nach Hause komme aus dem Ausland. Aber ich will nicht klagen, das unterwegs sein gehört zu meinem Leben.
Wenn Sie in einem zweiten Leben als Tier geboren würden, welches möchten Sie sein?
Ich möchte ein Tiger sein. Der Tiger ist stark und geht auf die Jagd. So wäre ich der König des Dschungels.
Haben Sie ein verstecktes Talent?
Radsport ist mein Talent. In meinem Geschäft habe ich ein gutes Gespür, um die richtigen Leute für die richtigen Sachen auszusuchen.
Können Sie gut mit Niederlagen umgehen?
Das gehört zum Sport. Es kommen immer wieder Tage, die alle Niederlagen vergessen lassen.
Von Christian Rocha