20.06.2010
Stösst Armstrong Gesink vom Tour-Thron?

Leader Robert Gesink spührt Lance Armstrong stehts in seinem Nacken.
Die Ausgangslage vor dem abschliessenden Zeitfahren in Liestal könnte nicht spannender sein. Leader Robert Gesink hat trotz 29 und mehr Sekunden Vorsprung den Gesamtsieg noch lange nicht auf sicher. Lance Armstrong gilt als der grösste Herausforderer des Holländers.
Gesink, Uran, Morabito, Schleck, Rodriguez und Carrara; Alles Namen die nicht für grossartige Zeitfahrqualitäten stehen. Doch dies sind die sechs Bestplatzierten der Tour de Suisse. Gut möglich, dass aber der Gesamtsieger am Ende ein anderer ist.
Strecke: Rauf und runter durchs Baselbiet
Das Einzelzeitfahren mit Start und Ziel in Liestal ist 26.9 Kilometer lang. Leicht ansteigend geht es ins Waldenburgertal. In Höllenstein biegen die Fahrer links ab und fahren weiter steigend bis zur Zwischenzeit nach 11.4 Kilometer. Danach geht es bergab. Von Diegten geht es direkt über Zunzgen nach Sissach, woher die letzten acht Kilometer direkt zurück nach Liestal ins Ziel führen.
Prognose & Favoriten: Duell Gesink gegen Armstrong
Die ersten sieben Fahrer sind nur durch 55 Sekunden getrennt. Das verspricht grösste Spannung im Kampf um den Gesamtsieg. Leader Gesink ist kein Spezialist im Kampf gegen die Uhr - seine ärgsten Konkurrenten ebenfalls nicht. Einzig Lance Armstrong (7.) gilt als guter Zeitfahrer. Doch seit seinem Comeback ist er in seiner einstigen Paradedisziplin nicht mehr der Alte. Trotzdem ist Armstrong am ehesten zuzutrauen, dass er Gesink das Gelbe Trikot am letzten Tag noch auszieht.
Die guten Zeitfahrer wie Devolder, Larsson, Kreuziger, Martin, Leipheimer, Klöden und Lövkvist liegen alle zwischen dem 10. und 17. Rang. Mit rund eineinhalb Minuten und mehr Rückstand kommen sie für den Sieg an der Tour de Suisse kaum mehr in Frage.
Der Tagessieg wird jedoch unter den oben erwähnten Zeitfahrer ausgemacht. Sie alle treten gegen den Weltmeister und Sieger des Prologs an - Fabian Cancellara. Doch der Berner klagt über Verspannung im Beckenbereich und ist sich nicht sicher, ob er eine gute Leistung abliefern kann.
Die grosse Schweizer Hoffnung im Gesamtklassement kommt aus dem Kanton Wallis, fährt fürs BMC Racing Team und heisst Steve Morabito. Momentan ist Morabito auf dem dritten Rang klassiert. Morabito, der schon eine Klassierung in den besten Zehn als Traum bezeichnet, wird am Ende bester Schweizer sein. Haben ihm die letzten Tage nicht allzu fest zugesetzt, schafft er es in die besten Fünf. Oliver Zauggs (8.) Zeitfahrqualitäten sind zu wenig gut und der Zürcher Oberländer wird deutlich zurückfallen.
Von Christian Rocha