20.06.2008
''Publikum peitsche Fabian zum Sieg''

Cancellara am Ziel seiner Träume
In seinem Heimatkanton holt sich Fabian Cancellara als erster Schweizer in dieser Rundfahrt einen Etappensieg. Bereits im Vorfeld kündigte er diesen Erfolg an, umso stärker ist die Leistung ihm anzurechnen. Wir fragten bei Radexperte Alex Zülle nach dem Erfolgsrezept von heute.
Redaktion: Zu Hause vor eigenem Publikum vor seinen Liebsten zu gewinnen und dies quasi auf Ansage, wie ist das möglich?
Zülle: Die Region Lyss gehört zum Trainingsgebiet von Fabian Cancellara, er kannte die Strecke wie seine eigene Hosentasche. Als starker Zeitfahrer bringt er zu dem die Möglichkeiten mit, den Sprinterteams wiederstehen zu können. Mit seiner Attacke vor dem Ziel spielte er alle Stärken gekonnt aus.
Wird Fabian Cancellara bei der Schlussetappe in Bern nachdoppeln wollen?
Ich glaube er ist erstmals zufrieden mit diesem Erfolg, er hat sein Ziel erreicht. Aber warum nicht, hat er die Kraft und läuft das Rennen nach seinem Geschmack, wird er es vielleicht nochmals probieren.
Mit den beiden Runden im Zielort in Lyss fuhren die Fahrer die gleichen Strassen mehrmals. War dies Cancellaras Glück? Was sind die Vorteile von solchen Schlussrunden?
Runden auf der Zielstrecke sind allgemein ein kleiner Vorteil. Jeder kennt die Strassen, die schwierigen Passagen und wo sich Attacken lohnen könnten. Gerade die Sprinter können davon natürlich profitieren. Auch für die Zuschauer ist der Anreiz gross, man sieht die Pedaleure mehr als einmal und auch der Organisator kann mit mehrfacher Werbung Profit daraus ziehen.
von Simon von Allmen